Vernissage mit Fachvortrag – 12 Motive | 24 Perspektiven

Die Natur ist nahezu perfekt. Beim genauen Hinschauen, beispielsweise durch ein Makroobjektiv der Kamera, zeigen sich eine beeindruckende Symmetrie, leuchtende Farben, ein durchdachter Aufbau – doch gleichzeitig ist immer Individualität gegeben. Bei extremen Nahaufnahmen einer Biene lässt sich auf einmal eine coole Frisur erkennen. Der „Hauswurz“, sonst so groß wie eine Euromünze, erscheint plötzlich prachtvoll und stark. An diesem Blick auf die „Heimische Flora und Fauna“ lässt der Fotograf Simon Werner die Besucher seiner aktuellen Ausstellung im Haigerer Rathaus teilhaben.

Bürgermeister Christian Helfert bedankte sich in seinem Grußwort bei Simon Werner, der das Rathaus mit seinen Werken bunter mache: „Ich freue mich sehr über diese faszinierenden Aufnahmen unserer heimischen Flora und Fauna, wenn ich aus meinem Büro komme.“ Er betonte außerdem, dass interessierte Künstler sich gerne beim Kulturamt für eine Ausstellung melden können, um die Rathausflure als Galerie zu verwenden. Eine Besichtigung der Ausstellung ist bis zum 16. November (Montag) während der Öffnungszeiten des Rathauses möglich.


Auf eine gut besuchte Vernissage blicken Werner und Gastrednerin Johanna Dietewich vom Garten- und Landschaftsbau Dietewich zurück. „Es sind auch einige bekannte Gesichter dabei gewesen, und wir sind nochmal zusammen durch die Ausstellung gegangen“, freute sich der Künstler.
Rund 30 Interessierte fanden den Weg in den Stadtverordnetensitzungsaal und lauschten gespannt dem Dialog zwischen Fotografie und Naturkunde. Die Redner stellten sich gegenseitig Fragen zu den zwölf ausgewählten Motiven, sodass ein lockeres Gespräch über 24 Perspektiven entstand. Dietewich ergänzte die Fotografenperspektive auf Werners „Paradies“ um fachliches Wissen, wie beispielsweise Gartenpflegetipps und Botanik. So lernten die Gäste unter anderem, dass die Katzenminze nicht nur wunderschön lilafarben strahlt, sondern aufgrund ihres Duftes tatsächlich Katzen anzieht und dies kein Zufall ist.

Werner: „Ich mach‘ das, was mir Spaß macht“

Beim Blick auf seine Fotografie-Laufbahn stellte Simon Werner fest, dass er schon seit der sechsten Klasse mit der Kamera unterwegs ist. Eine Spezialisierung kommt für ihn jedoch nicht in Frage: „Ich mach‘ das, was mir Spaß macht.“ Er fotografiert nicht nur die Natur, sondern auch Menschen oder Events. Wieso auch zwingend auf einen Bereich beschränken? Seine aktuelle Ausstellung widmet sich jedoch der Makrofotografie, hauptsächlich aus seinem Garten in Allendorf, den Johanna Dietewich einst gestaltet hat.
Um seine detailreichen Aufnahmen anzufertigen, muss er schon mal längere Zeit in der Hocke verbringen, bis sich der Muskelkater ankündigt. Und er überlegt sich im Voraus genau, welche Botschaft sein Bild übertragen soll. Doch erst am Computer zeigt sich die Fülle der Details, wenn er das Foto den Bildschirm füllen lässt. Als Werbefoto für die Ausstellung entschied er sich für sein Bild des Ostfrieslandsalbeis, den er „Zauber in violett“ nennt. Eine filigrane Pflanze, die durch ihre Leuchtkraft unglaublich stark wirkt. Aus diesem Anlass witzelte Werner auch, dass seine Bildauswahl eher einen „violetten Farben“ durchzieht.

Der Fotokalender steht zum Verkauf

Simon Werner hat einen Fotokalender konzipiert, der ab so-fort in der Touristinfo für 20 Euro erworben werden kann – so lange der Vorrat reicht. Wer sich darüber hinaus noch über das künstlerische Schaffen von Simon Werner informieren möchte, findet Informationen und Bilder auf seiner Webseite https://werner-photo.de/.

Textquelle: Lea Siebelist (Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit Stadt Haiger)
Bildquelle: Vanessa Werner

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